Erstgespräch
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KI-Readiness-Index · Auswertung 2026
KIRI-Auswertung 2026: Wo der Mittelstand bei KI heute steht
Harwardt & Kollegen hat 184 vollständig ausgefüllte KI-Readiness-Assessments ausgewertet. Der durchschnittliche KI-Readiness-Index (KIRI) liegt bei 2,08 von 4 Punkten.
Technik ist in den meisten Unternehmen vorhanden und die Offenheit für KI ist hoch. Es fehlt an Strategie, Zuständigkeiten und Erfolgsmessung.
Grundlage: 184 Unternehmen aus 11 Branchen, freiwillige Selbsteinschätzung, nicht repräsentativ für die gesamte Wirtschaft. Zur Methodik
Die Kernergebnisse auf einen Blick
Acht Befunde fassen die Auswertung zusammen. Die folgenden Kapitel belegen sie mit den Einzelwerten.
Die Mehrheit steht am Anfang
Drei von vier Unternehmen sind Zuschauer oder Initiatoren. Nur 5 Unternehmen erreichen den Reifegrad Treiber.
Technik ist selten der Engpass
Technologie ist die stärkste Dimension. Den höchsten Einzelwert erreicht der Schutz vor Cyberangriffen mit 2,99. Dafür investieren Unternehmen auch ohne KI-Vorhaben, der Wert sagt daher nur begrenzt etwas über die KI-Reife.
Die Strategie ist die größte Lücke
Bei 73 Unternehmen (40 %) ist sie die schwächste Dimension. Umsetzer und Treiber liegen hier 1,47 Punkte vor den übrigen Unternehmen, dem größten Abstand aller Dimensionen.
KI-Nutzung ohne Erfolgsmessung
155 Unternehmen setzen KI zumindest teilweise ein. 69 von ihnen messen, bewerten und priorisieren den Einsatz kaum oder gar nicht.
Offenheit ohne Befähigung
Die Offenheit für KI erreicht 2,64, KI-Schulungen für Beschäftigte nur 1,71. Klare Zuständigkeiten für KI kommen auf 1,76.
Die Größe macht einen Unterschied
Mit 50 bis 249 Mitarbeitenden liegt der KIRI bei 1,99, mit 250 bis 999 bei 2,33. Darüber wächst der Vorsprung kaum noch (2,44).
Dienstleister vorn, Bau und Handwerk hinten
IT und technologienahe Dienstleistungen (2,78) sowie Finanzdienstleistungen und Versicherungen (2,62) erreichen als einzige Branchen den Reifegrad Umsetzer. Bau und Handwerk kommt auf 1,51.
Industrie bei den Daten im Rückstand
Industrie und produzierendes Gewerbe erreicht bei der Datenverfügbarkeit nur 1,50, obwohl dort große Datenmengen anfallen.
„Technik ist in den meisten Häusern vorhanden, die Offenheit für KI ist hoch. Woran es fehlt, ist die Steuerung.“
Reifegrade: Die Hälfte der Unternehmen ist Initiator
Der KIRI ordnet jedes Unternehmen einem von vier Reifegraden zu. Initiator ist mit 93 Unternehmen die häufigste Stufe, Treiber mit 5 Unternehmen die seltenste.
- Zuschauer: 44 Unternehmen (24 %)
- Initiator: 93 Unternehmen (51 %)
- Umsetzer: 42 Unternehmen (23 %)
- Treiber: 5 Unternehmen (3 %)
Zuschauer
KIRI 0,0 bis 1,5
44 Unternehmen, 24 %
KI wird bislang kaum genutzt. Es gibt höchstens erste Versuche, aber weder eine geordnete Datenbasis noch feste Zuständigkeiten.
- Ø KIRI
- 1,14
- Schwächste Dimension (Ø)
- Strategie (0,86)
Initiator
KIRI 1,6 bis 2,5
93 Unternehmen, 51 %
Erste KI-Anwendungen und Pilotprojekte laufen. Daten, Zuständigkeiten und Strategie sind erst teilweise aufgebaut.
- Ø KIRI
- 2,03
- Schwächste Dimension (Ø)
- Strategie (1,62)
Umsetzer
KIRI 2,6 bis 3,5
42 Unternehmen, 23 %
KI ist in mehreren Bereichen produktiv im Einsatz. Daten, Rollen und Strategie sind weitgehend geklärt.
- Ø KIRI
- 2,99
- Schwächste Dimension (Ø)
- Datenverfügbarkeit (2,75)
Treiber
KIRI 3,6 bis 4,0
5 Unternehmen, 3 %
KI ist fester Teil der Strategie und prägt viele Geschäftsprozesse. Das Unternehmen entwickelt sich laufend weiter.
- Ø KIRI
- 3,62
- Schwächste Dimension (Ø)
- Organisation und Strategie (3,55)
Verteilung des Index
Die Werte reichen von 0,31 bis 3,70. Der Median liegt bei 1,99, ein Viertel der Unternehmen erreicht weniger als 1,57 und ein weiteres Viertel mehr als 2,56. Am dichtesten liegen die Werte zwischen 1,55 und 2,05, dort finden sich 52 Unternehmen. Oberhalb von 3,5 wird es dünn.
Unterschiedliche Profile
Bei Initiatoren liegen zwischen der stärksten und der schwächsten Dimension im Mittel 1,56 Punkte, mehr als in jeder anderen Gruppe. Treiber haben mit 0,87 Punkten das ausgeglichenste Profil. In jedem Reifegrad gehört die Strategie zu den schwächsten Dimensionen.
Für Initiatoren heißt das: Der nächste Fortschritt entsteht in den schwachen Dimensionen.
Dimensionen: Technik vorn, Strategie hinten
Zwischen der stärksten Dimension Technologie (2,56) und der schwächsten Dimension Strategie (1,75) liegen im Mittel 0,81 Punkte.
Umsetzer und Treiber im Vergleich zu den übrigen Unternehmen
- Technologie
- Unternehmenskultur
- Use Cases
- Organisation
- Datenverfügbarkeit
- Strategie
Umsetzer und Treiber (n = 47)Zuschauer und Initiatoren (n = 137)
| Dimension | Mittelwert | Median | Standardabweichung | Anteil unter 1,5 | Anteil ab 2,5 |
|---|---|---|---|---|---|
| Technologie | 2,56 | 2,58 | 0,81 | 9 % | 56 % |
| Unternehmenskultur | 2,23 | 2,25 | 0,88 | 20 % | 45 % |
| Use Cases | 2,13 | 2,10 | 0,85 | 24 % | 35 % |
| Organisation | 1,90 | 1,75 | 0,88 | 29 % | 29 % |
| Datenverfügbarkeit | 1,90 | 1,83 | 0,85 | 32 % | 27 % |
| Strategie | 1,75 | 1,75 | 0,95 | 39 % | 26 % |
Technik und Kultur vorn
Technologie wird vom Schutz vor Cyberangriffen (2,99) und vom technisch umgesetzten Datenschutz (2,86) getragen. Die Unternehmenskultur folgt mit 2,23, vor allem wegen der Offenheit für KI (2,64). Ob daraus Handeln wird, hängt von Zeit und Budget für Neues ab. Dieses Kriterium erreicht nur 1,99.
Daten, Organisation und Strategie als Engpass
Datenverfügbarkeit und Organisation liegen bei je 1,90, die Strategie bei 1,75. Bei der Strategie streuen die Werte am stärksten (Standardabweichung 0,95). Einige Unternehmen haben KI fest verankert, andere kaum damit befasst. 39 % liegen in dieser Dimension unter 1,5.
Was Vorreiter unterscheidet
Die 47 Umsetzer und Treiber liegen in allen sechs Dimensionen klar vor den übrigen 137 Unternehmen. Der größte Abstand besteht in der Strategie (+1,47), der kleinste bei der Technologie (+1,25).
Bei den Einzelkriterien ist der Abstand bei der Datenstrategie am größten (+1,65). Es folgen das KI- und Datenwissen im Haus (+1,51) und die Verankerung von KI in der Unternehmensstrategie (+1,50).
Kriterien: Wo die Unternehmen stark und schwach sind
Vier der fünf stärksten Kriterien gehören zur Technologie. Vier der fünf schwächsten betreffen die Steuerung von KI: Ziele, Zuständigkeiten, Schulung und Erfolgskontrolle.
Die fünf stärksten Kriterien
Die fünf schwächsten Kriterien
Anteil der Unternehmen mit Wert 0 oder 1 (kaum oder nicht vorhanden)
- 51 %Erfolgsmessung des KI-Einsatzes
- 48 %Festgelegte Datenstrategie
- 44 %KI-Schulungen für Beschäftigte
- 40 %Regeln für Ethik und Recht
Bezugsgröße sind alle 184 Unternehmen. Bei den Regeln für Ethik und Recht bedeutet ein Wert von 0 oder 1, dass keine oder nur punktuelle Leitlinien bestehen.
Alle 29 Kriterien mit Mittelwert anzeigen
Engpässe und Spannungsfelder
Ein Durchschnittsprofil verdeckt, wie unterschiedlich einzelne Unternehmen aufgestellt sind. Im Mittel liegen zwischen der stärksten und der schwächsten Dimension eines Unternehmens 1,44 Punkte, mehr als ein Drittel der Skala.
Schwächste Dimension je Unternehmen (Anzahl)
Bei 27 Unternehmen teilen sich zwei oder mehr Dimensionen den letzten Platz. Sie wurden mehrfach gezählt.
Technik ohne Strategie
Bei 78 Unternehmen liegt die Technologie mindestens einen Punkt über der Strategie. Es ist das häufigste Ungleichgewicht der Stichprobe.
KI-Nutzung ohne Erfolgsmessung
Von 155 Unternehmen mit KI im Einsatz messen 69 den Erfolg kaum oder gar nicht. Selbst unter den 101 Unternehmen, die KI weitgehend oder strategisch einsetzen, fehlt bei 38 eine systematische Erfolgsmessung.
Ohne Messgröße lässt sich weder entscheiden, welche Anwendung ausgebaut wird, noch welche beendet werden sollte.
Offenheit ohne Befähigung
107 Unternehmen bewerten ihre Offenheit gegenüber KI mit 3 oder 4. Bei 32 von ihnen findet kaum Weiterbildung zu KI statt.
Beschäftigte, die KI ausprobieren wollen und keine Anleitung erhalten, greifen auf frei verfügbare Werkzeuge zurück. Oft wissen sie nicht, welche Daten sie dort eingeben dürfen.
Typische Konstellationen und der empfohlene erste Schritt
| Konstellation | Anzahl | Empfohlener erster Schritt |
|---|---|---|
| Technologie hoch, Strategie niedrig | 24 | Ziele für KI festlegen und den Technikeinsatz danach ausrichten |
| Technologie hoch, Daten niedrig | 14 | Datenbasis für die vorhandenen Werkzeuge gezielt aufbauen |
| Kultur hoch, Strategie niedrig | 10 | Ziele und Regeln für den KI-Einsatz festlegen, damit die Offenheit eine Richtung bekommt |
| Alle Dimensionen niedrig | 8 | Schrittweise starten: zuerst die Datenlage erfassen, dann Einsatzfälle auswählen |
| Daten niedrig, Use Cases hoch | 7 | Daten gezielt für die zwei oder drei wichtigsten KI-Vorhaben aufbereiten |
| Technologie hoch, Kultur niedrig | 5 | Führung, Kommunikation, Schulung und Rollenklärung stärken |
| Organisation hoch, Strategie niedrig | 5 | Ziele und Regeln für den KI-Einsatz festlegen |
| Strategie hoch, Organisation niedrig | 2 | Zuständigkeiten, Budget und Fahrplan festlegen |
| Kultur hoch, Technologie niedrig | 2 | Technologiestrategie und Infrastrukturaufbau priorisieren |
Unternehmensgröße: Der Sprung liegt bei 250 Mitarbeitenden
Die KI-Readiness steigt mit der Unternehmensgröße. Der größte Sprung liegt an der Schwelle von 250 Mitarbeitenden.
Ø KIRI nach Mitarbeitenden
Reifegrade nach Mitarbeitenden
- 10 bis 49
- 50 bis 249
- 250 bis 999
- 1.000 und mehr
- Zuschauer
- Initiator
- Umsetzer
- Treiber
| Mitarbeitende | n | Daten | Technologie | Use Cases | Kultur | Organisation | Strategie | KIRI |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 10 bis 49 | 50 | 1,55 | 2,20 | 1,78 | 2,04 | 1,50 | 1,41 | 1,74 |
| 50 bis 249 | 59 | 1,83 | 2,54 | 2,01 | 2,10 | 1,85 | 1,62 | 1,99 |
| 250 bis 999 | 48 | 2,19 | 2,80 | 2,47 | 2,40 | 2,12 | 2,02 | 2,33 |
| 1.000 und mehr | 27 | 2,15 | 2,86 | 2,47 | 2,58 | 2,37 | 2,19 | 2,44 |
Der Sprung bei 250
Zwischen den beiden größeren Klassen beträgt der Unterschied nur 0,11 Punkte. Ab einer gewissen Größe bringt weiteres Wachstum also kaum noch Vorsprung. In den beiden kleineren Klassen sind 18 % und 19 % der Unternehmen Umsetzer oder Treiber. In den beiden größeren Klassen sind es 35 % und 37 %.
Kleine Unternehmen
Bei 10 bis 49 Mitarbeitenden sind Datenverfügbarkeit (1,55), Organisation (1,50) und Strategie (1,41) besonders schwach. Die Auswertung nennt strukturelle Gründe: Eigene Datenrollen oder eine IT-Abteilung gibt es selten, und die Geschäftsführung hat kaum Kapazität für Strategiearbeit.
Der Mittelbau
In der Gruppe mit 50 bis 249 Mitarbeitenden sind 59 % der Unternehmen Initiatoren. Die Strategie bleibt mit 1,62 weit hinter der Technologie (2,54) zurück. Die Auswertung vermutet, dass der Übergang zum Umsetzer an dieser Lücke scheitert.
Branchen: Dienstleister vorn, Bau und Handwerk hinten
Zwischen der stärksten und der schwächsten Branche liegen knapp 1,3 Punkte. Jede Branche ist mit 10 bis 24 Unternehmen vertreten. Die Werte sind deshalb als Tendenz zu lesen und nicht als belastbarer Branchenvergleich.
KIRI nach Branche
- Zuschauer
- Initiator
- Umsetzer
- Treiber
| Branche | n | Daten | Technologie | Use Cases | Kultur | Organisation | Strategie | KIRI |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| IT und technologienahe Dienstleistungen | 16 | 2,59 | 3,35 | 2,85 | 3,08 | 2,38 | 2,45 | 2,78 |
| Finanzdienstleistungen und Versicherungen | 18 | 2,37 | 2,92 | 2,72 | 2,78 | 2,42 | 2,50 | 2,62 |
| Unternehmensnahe Dienstleistungen | 24 | 2,15 | 2,85 | 2,27 | 2,51 | 2,21 | 2,01 | 2,34 |
| Gesundheit und Pflege | 12 | 2,14 | 2,64 | 2,12 | 2,31 | 1,94 | 1,75 | 2,15 |
| Maschinen- und Anlagenbau | 24 | 1,76 | 2,40 | 2,04 | 2,07 | 1,90 | 1,75 | 1,99 |
| Handel und E-Commerce | 18 | 1,81 | 2,44 | 1,99 | 2,21 | 1,72 | 1,61 | 1,96 |
| Logistik und Transport | 15 | 1,74 | 2,24 | 2,03 | 2,12 | 1,70 | 1,60 | 1,91 |
| Industrie und produzierendes Gewerbe | 22 | 1,50 | 2,28 | 2,11 | 2,02 | 1,76 | 1,24 | 1,82 |
| Energie und Versorgung | 10 | 1,72 | 2,43 | 1,82 | 1,77 | 1,65 | 1,43 | 1,80 |
| Öffentliche Verwaltung und Non-Profit | 10 | 1,38 | 2,55 | 1,66 | 1,52 | 1,55 | 1,38 | 1,67 |
| Bau und Handwerk | 15 | 1,50 | 1,97 | 1,45 | 1,65 | 1,28 | 1,20 | 1,51 |
| Alle Unternehmen | 184 | 1,90 | 2,56 | 2,13 | 2,23 | 1,90 | 1,75 | 2,08 |
Dienstleister vorn
IT und technologienahe Dienstleistungen (2,78) sowie Finanzdienstleistungen und Versicherungen (2,62) liegen als einzige Branchen im Reifegrad Umsetzer. Die Auswertung führt das auf weitgehend digitale Kernprozesse zurück, etwa Kontoführung oder Policenverwaltung. Auch die unternehmensnahen Dienstleistungen liegen mit 2,34 über dem Durchschnitt.
Industrie im Rückstand
Maschinen- und Anlagenbau erreicht 1,99, Industrie und produzierendes Gewerbe 1,82. In der produzierenden Industrie sind Strategie (1,24) und Datenverfügbarkeit (1,50) besonders schwach. Die Auswertung vermutet, dass die großen Datenmengen verteilt in einzelnen Anlagen liegen und für KI bislang nicht erschlossen sind.
Schlusslichter
Bau und Handwerk liegt mit 1,51 als einzige Branche im Reifegrad Zuschauer, mit besonders schwacher Organisation (1,28) und Strategie (1,20). Energie und Versorgung kommt auf 1,80. In der öffentlichen Verwaltung steht eine Technologie von 2,55 einer Strategie von 1,38 gegenüber, bei nur 10 Assessments.
Sechs Empfehlungen aus den Daten
Die Empfehlungen gelten für die Mehrheit der Teilnehmenden und geben eine Richtung vor. Den Blick auf das eigene Profil ersetzen sie nicht.
KI in der Strategie verankern
Die Strategie ist die schwächste Dimension und trennt Vorreiter und übriges Feld am stärksten. Ein KI-Zielbild sollte an ein konkretes Geschäftsziel anknüpfen, etwa an eine kürzere Angebotserstellung oder eine niedrigere Retourenquote. Dazu gehört eine Datenstrategie, die festlegt, welche Daten für welche Zwecke aufgebaut und gepflegt werden.
Erfolg messen und priorisieren
Für jedes KI-Vorhaben gehören vor dem Start Ausgangswert, Zielwert und eine verantwortliche Person festgelegt. Ein Beispiel ist das Ziel, die Bearbeitungszeit je Kundenanfrage von 20 auf 10 Minuten zu senken. Erst damit lässt sich entscheiden, welche Anwendungen ausgebaut und welche beendet werden.
Zuständigkeiten klären
Mindestens eine Person braucht Zeit und Auftrag für KI. Für die wichtigsten Datenbestände, etwa Kunden- oder Produktdaten, sollte zusätzlich jeweils eine Person fachlich verantwortlich sein. Ohne Zuständigkeit versanden Vorhaben, sobald die Engagierten andere Aufgaben übernehmen.
Mitarbeitende befähigen
Die Offenheit liegt bei 2,64, KI-Schulungen erreichen 1,71. Ein Schulungsprogramm, das alle Beschäftigten erreicht und je nach Aufgabe vertieft wird, schließt diese Lücke. Der Vertrieb braucht andere Inhalte als das Controlling.
Datenbasis gezielt ausbauen
Qualität der Daten (1,79), Verknüpfung der Datenquellen (1,86) und Daten in Echtzeit (1,52) liegen unter dem Dimensionsmittel von 1,90. Eine umfassende Datenoffensive überfordert die meisten mittelständischen Unternehmen personell. Zuerst kommen die Daten für die zwei oder drei wichtigsten KI-Vorhaben in Ordnung.
Leitplanken setzen
Vier von zehn Unternehmen haben keine oder nur punktuelle Regeln für den ethischen und rechtlichen Umgang mit KI. Eine kurze KI-Richtlinie legt fest, welche Werkzeuge erlaubt sind, welche Daten eingegeben werden dürfen und wer neue Anwendungen freigibt. Sie passt auf wenige Seiten.
Nächste Schritte je Reifegrad
| Reifegrad | Anteil | Nächste Schritte |
|---|---|---|
| Zuschauer | 24 % | Einen ersten Einsatzfall mit klarem Nutzen auswählen und die dafür nötigen Daten erfassen. Führungskräfte vorab in KI-Grundlagen schulen. |
| Initiator | 51 % | Ziele für KI und eine Datenstrategie festlegen, Verantwortliche benennen und Pilotprojekte mit messbaren Zielen starten. |
| Umsetzer | 23 % | Erfolgreiche Anwendungen ausweiten und ihren Nutzen mit Kennzahlen belegen. Verbindliche Regeln und ethische Leitlinien für KI festschreiben. |
| Treiber | 3 % | KI-Kompetenzen in der Breite ausbauen und das Portfolio der KI-Vorhaben anhand regelmäßiger Wirkungsprüfung steuern. |
Der Engpass liegt bei der Führung
Die meisten Unternehmen haben den Einstieg in KI geschafft. Bei drei von vier Teilnehmenden steht der Schritt zur systematischen Nutzung noch aus. Zielbild, Zuständigkeiten und Erfolgsmessung fehlen, und diese Lücken lassen sich weder mit weiterer Software noch mit externen Projekten allein schließen. Sie verlangen Entscheidungen, die nur die Geschäftsführung treffen kann: welche Ziele KI verfolgen soll und wer dafür verantwortlich ist.
Ausblick
Harwardt & Kollegen wertet den KIRI fortlaufend aus. Mit wachsender Teilnehmerzahl werden die Branchenvergleiche belastbarer, und eine zweite Erhebungsrunde soll Veränderungen über die Zeit zeigen. Die Auswertung vermutet, dass der Abstand zwischen Vorreitern und übrigem Feld bis zur nächsten Auswertung eher wächst. Die Vorreiter verfügen bereits über Strategie und Zuständigkeiten.
Methodik und Datengrundlage
Der KI-Readiness-Index (KIRI) misst, wie gut ein Unternehmen auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz vorbereitet ist. Er wurde von Harwardt & Kollegen entwickelt und steht Unternehmen seit März 2026 online zur Verfügung.
- Zeitraum
- 2. März bis 17. September 2026
- Stichprobe
- 184 vollständig ausgefüllte Assessments aus 11 Branchen. 109 Unternehmen (59 %) beschäftigen weniger als 250 Mitarbeitende.
- Instrument
- 29 Kriterien in 6 Dimensionen. Jedes Kriterium wird von 0 (nicht vorhanden) über 1 (punktuell), 2 (teilweise etabliert) und 3 (weitgehend etabliert) bis 4 (strategisch verankert) bewertet.
- Berechnung
- Der Wert einer Dimension ist der Durchschnitt ihrer Kriterien. Der KIRI ist der Durchschnitt der sechs Dimensionen, alle zählen gleich viel. Für den Reifegrad wird der Index auf eine Nachkommastelle gerundet.
- Bearbeitungsdauer
- Median 18 Minuten, die kürzeste Bearbeitung dauerte 9, die längste 28 Minuten. Hinweise auf flüchtiges Durchklicken gibt es nicht.
- Vorreiter
- In diesem Bericht die Unternehmen in den Reifegraden Umsetzer und Treiber (47 Unternehmen).
Stichprobe nach Branche (Anzahl Unternehmen)
Stichprobe nach Mitarbeitenden (Anzahl Unternehmen)
Sechs Dimensionen und 29 Kriterien
Datenverfügbarkeit
6 Kriterien
Ob die Daten, die KI braucht, vorhanden, aktuell, sauber und miteinander verknüpft sind.
- Relevante Daten vorhanden
- Qualität der Daten
- Verknüpfung der Datenquellen
- Daten in Echtzeit nutzbar
- Historische Daten gepflegt
- Geregelter Zugriff auf Daten
Technologie
6 Kriterien
Ob IT-Infrastruktur, KI-Werkzeuge, Datenschutz und IT-Sicherheit für KI bereitstehen.
- Moderne, skalierbare IT
- KI-Anwendungen im Einsatz
- Moderne KI-Werkzeuge
- Plattformen für die Datenhaltung
- Datenschutz technisch umgesetzt
- Schutz vor Cyberangriffen
Use Cases
5 Kriterien
Ob es konkrete Einsatzfälle für KI gibt und ob die Abläufe dafür beschrieben und teilweise automatisiert sind.
- Dokumentierte Abläufe
- Konkrete KI-Einsatzideen
- Automatisierte Abläufe
- Entscheidungen auf Datenbasis
- KI-Pilotprojekte mit Erfolgskriterien
Unternehmenskultur
4 Kriterien
Wie offen das Unternehmen für KI ist und ob Ausprobieren und Lernen erlaubt sind.
- Offenheit für KI
- Ausprobieren und Fehler erlaubt
- Zeit und Budget für Neues
- Interne Kommunikation über KI
Organisation
4 Kriterien
Ob Wissen, Weiterbildung, externe Partner und klare Zuständigkeiten für KI vorhanden sind.
- KI- und Datenwissen im Haus
- Feste externe Partner
- KI-Schulungen für Beschäftigte
- Klare Zuständigkeiten für KI
Strategie
4 Kriterien
Ob KI Teil der Unternehmensstrategie ist, ob es eine Datenstrategie gibt und ob der Nutzen gemessen wird.
- KI in der Unternehmensstrategie
- Festgelegte Datenstrategie
- Erfolgsmessung des KI-Einsatzes
- Regeln für Ethik und Recht
Für Redaktionen
Alle Zahlen dieser Seite stammen aus der KIRI-Auswertung 2026. Bitte nennen Sie bei einer Veröffentlichung die Quelle. Rückfragen zur Methodik und Interviewanfragen richten Sie an Prof. Dr. Mark Harwardt.
Zitierhinweis
Harwardt & Kollegen (2026): KIRI-Auswertung 2026. Wo der Mittelstand bei KI heute steht. Ergebnisse aus 184 KI-Readiness-Assessments. Schwerte, 23. September 2026. Online: https://www.harwardt-kollegen.de/kiri-auswertung-2026
Über Harwardt & Kollegen
Harwardt & Kollegen ist eine Unternehmensberatung mit Sitz in Schwerte. Sie begleitet mittelständische Unternehmen bei der digitalen Transformation, mit dem Schwerpunkt auf KI-Strategien und ihrer Umsetzung in konkreten Use Cases.
Geleitet wird die Beratung von Prof. Dr. Mark Harwardt. Er lehrt an der Hochschule für angewandtes Management (FHAM) Handelsmanagement, E-Commerce und Marketing. Er hat mehr als zehn Titel bei Springer Gabler veröffentlicht, zuletzt gemeinsam mit Martin Prause „Digitale Transformation durch KI“. Alle Bücher stehen auf der Seite Publikationen.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zur KIRI-Auswertung
Wie weit ist der Mittelstand bei KI?
Die 184 Unternehmen erreichen im Durchschnitt einen KIRI von 2,08 von 4 Punkten. Das entspricht dem Reifegrad Initiator. 51 % der Unternehmen sind Initiatoren, 24 % Zuschauer, 23 % Umsetzer und 3 % Treiber.
Was ist der KI-Readiness-Index (KIRI)?
Der KIRI misst, wie gut ein Unternehmen auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz vorbereitet ist. Er bewertet 29 Kriterien in sechs Dimensionen auf einer Skala von 0 bis 4: Datenverfügbarkeit, Technologie, Use Cases, Unternehmenskultur, Organisation und Strategie. Harwardt & Kollegen hat ihn entwickelt.
Wie viele Unternehmen haben teilgenommen?
184 Unternehmen haben das Assessment zwischen dem 2. März und dem 17. September 2026 vollständig ausgefüllt. Sie stammen aus elf Branchen, 59 % beschäftigen weniger als 250 Mitarbeitende.
Ist die Auswertung repräsentativ?
Nein. Die Teilnahme war freiwillig und beruht auf Selbsteinschätzungen. Vermutlich haben vor allem Unternehmen teilgenommen, die sich bereits mit KI befassen, die Werte dürften daher eher zu hoch liegen. Branchenwerte sind als Tendenz zu lesen.
Wo liegt der größte Nachholbedarf?
In der Strategie. Sie erreicht im Mittel nur 1,75 und ist bei 73 Unternehmen (40 %) die schwächste Dimension. Es folgen Datenverfügbarkeit und Organisation mit je 1,90. Technologie ist mit 2,56 die stärkste Dimension.
Welche Branchen sind bei KI am weitesten?
IT und technologienahe Dienstleistungen (2,78) sowie Finanzdienstleistungen und Versicherungen (2,62) liegen vorn. Am Ende stehen Bau und Handwerk (1,51) sowie öffentliche Verwaltung und Non-Profit (1,67). Jede Branche ist mit 10 bis 24 Unternehmen vertreten, die Werte sind daher eine Tendenz.
Wie hängt die KI-Readiness von der Unternehmensgröße ab?
Der KIRI steigt von 1,74 bei 10 bis 49 Mitarbeitenden über 1,99 und 2,33 auf 2,44 bei 1.000 und mehr Mitarbeitenden. Den größten Sprung gibt es an der Schwelle von 250 Mitarbeitenden.
Wie bestimme ich die KI-Readiness meines Unternehmens?
Mit dem kostenlosen KIRI-Check auf dieser Website. Das Ergebnis lässt sich neben die Durchschnittswerte dieser Auswertung legen. Auf Wunsch ordnet Prof. Dr. Mark Harwardt es im unverbindlichen Erstgespräch gemeinsam mit Ihnen ein.
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